Ihr Lieben,

ich muss etwas loswerden, brandaktuell: Auf der Fassade der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin steht ein Gedicht des berühmten, schweiz-bolivianischen Dichters Eugen Gomringer:

avenidas
avenidas y flores

flores
flores y mujeres

avenidas
avendias y mujeres

avenidas y flores y mujeres y
un admirador

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Avenuen
Avenuen und Blumen

Blumen
Blumen und Frauen

Avenuen
Avenuen und Frauen

Avenuen und Blumen und Frauen und
ein Bewunderer

Dieses Gedicht – von grandioser Schönheit und Melancholie – soll auf Betreiben von Leuten, die beschlossen haben, als notorisch beleidigte Würstchen die Welt zu bevölkern, verschwinden. In einem offenen Brief dieser Schranzen heißt es – bitte anschnallen, denn jetzt geht’s mit Vollgas in den Irrsinn: „Das Gedicht wirke wie eine Erinnerung daran, dass objektivierende und potentiell übergriffige und sexualisierende Blicke überall sein können“.“

Der zuständige Direktor der Uni, Uwe Bettig, ist zwar nicht dieser Ansicht, doch Waschlappen genug, die Gestaltung der Fassade neu ausschreiben zu lassen.

Immer wieder fasse ich nicht, wie viel Holzwolle – vakuumverschweißt in gequirlter Scheiße – in den Hirnen, nein, unter der Schädeldecke, von manchen Frauen und Männern Platz hat.

Ich danke euch, Andreas.