Ihr Lieben,  

in Frankreich (und aus Deutschland höre ich Ähnliches) reden sie jetzt von der „troisième vague“, der dritten Welle, die nun – nach der zweiten Coronawelle – kommen wird: Denn 20 Prozent der Bevölkerung drohen den anderen 80 Prozent mit schrecklichen Depressionen von wegen Lockdown. Haha, ja, ein bisschen allein sein müssen, ohne Mutti, ohne jemanden, der die Windeln wechselt, ja, ohne funktionierendem Babyphone, ja, mit der furchtbaren Aussicht, sich selbstverantwortlich bewähren zu müssen. Ist das nicht grauenhaft? Das alles aushalten zu müssen, ohne dass eine Riege Therapeuten sich 24/7 um jedes der Weicheier kümmert, tief besorgt, dass die so höllischen Depressionen endlos dauerhafte Schäden nach sich ziehen könnten?

Kristian Thees, ein echtes Hartei, und ich nehmen euch heute mit in ein Obdachlosenheim in der Nähe von Potsdam. Da werdet ihr Walter treffen, den ganz andere Herausforderungen plagen als die der veni-vidi-pipi-Generation. Ich danke euch, herzlich, Andreas.

ps: Natürlich lästere ich nicht über Leute, die tatsächlich an Depressionen leiden, ich hatte selbst welche, ich weiß, wovon ich rede. Aber ich stänkere gegen alle, die sofort vor jeder Herausforderung einknicken. Die sich grundsätzlich weigern, erwachsen zu werden. Die sich umgehend  mit grandios inszenierter Leidensmiene die Opferkutte überziehen, ja, deren erster Reflex es ist, in den faden Singsang des Greinens und Wimmerns zu verfallen. Und penetrant und nervig nach (billigem) Mitleid Ausschau halten. Wollen die alle auf dem Totenbrett in Tränen ausbrechen bei dem Gedanken, wie hosenvoll sie ihr Leben hinter sich brachten? 

Der Zyklon im Obdachlosenheim

https://www.swr3.de/podcasts/die-welt-von-a-bis-a-100.html

 

Ihr Lieben,

hier ein neuer Podcast mit Kristian Thees vom SWR 3. Der Mann hat sich vorgenommen, mich durch Arbeit in den Wahnsinn zu treiben.

Ich mag ihn trotzdem, denn er hat die herrlichsten Eigenschaften: Köpfchen, Humor, Neugier, Leichtigkeit.

Jedesmal, wenn wir zusammenarbeiten, kupfere ich bei ihm ab. Um eines Tages so cool wie er – the coolest cat in town – ums Eck zu biegen.

Ich danke euch, herzlich, Andreas.

PS: Wir befinden uns in Indien, nah der Grenze zu Nepal.

„Der Unberührbare und der Kühlschrank“

https://www.swr3.de/podcasts/die-welt-von-a-bis-a-100.html

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Ihr Lieben,

hier das Cover vom neuen Buch, kommt genau Mitte März 21 raus. Es wird auch Lesungen geben, gewiss – Corona bedingt – eingeschränkt.

Jemand muss von der Veröffentlichung schon erfahren haben, hier seine Mail an mich: „Wie ich Sie kenne, Herr Altmann, erwartet die Welt ein neues Machwerk. Wäre ich Chef bei Piper, Sie wären der Erste, den ich feuern würde.“ 

Ihr seid also gewarnt von einem, der mich kennt!

Pech für den Herrn, die herrlich schöne Chefin, Felicitas von Lovenberg, zögert noch mit dem Kündigungsschreiben. Haha.

Ich danke euch, herzlich, Andreas.

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Ihr Lieben,

Kristian Thees vom SWR 3 ist mit mir ins Zenkloster in Japan gezogen. Zen ist beinhart und zwischendurch unfassbar lustig. Zen ist unschlagbar, weil man keine Götzen anwinsel, sich in kein Eck werfen und in den Himmel jammern muss, sondern es nur eine/n gibt, der dich retten kann: DU!

 „Schallendes Gelächter im Zenkloster“

https://www.swr3.de/podcasts/die-welt-von-a-bis-a-100.html

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Andreas Altmann – Facebook, auch lesbar von Leuten, die keinen FB-account haben. 
Warnung: Auf meiner FB-Seite befinden sich grundsätzlich nur Nachrichten, die meine beruflichen Tätigkeiten betreffen. Oder kurze Texte und Stellungnahmen zu aktuellen Ereignissen. Private Hinweise – siehe neu verliebt, neu vergeigt, frisch verwitwet oder Hinweise wie „endlich Abszess an der linken Arschbacke entfernen lassen“, sorry, sie kommen nicht vor.
In loser Folge stehen unter „Aktuell“ auch die „schönste und ruchloseste Mail der Woche“.

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Ihr Lieben, seit bekannt wurde, dass im Frühjahr 21 ein neues Buch von mir mit dem Titel „Gebrauchsanweisung für Heimat“ herauskommt, höre ich so manche Bizarrerie über seinen Inhalt. Den keiner kennt, aber so manche fühlen sich berufen, es zu wissen. Nun, lasst mich kurz klarstellen. Ich wäre nicht der Altmann, wenn ich jetzt ein „Heil Deutschland“-Buch herausbrächte. Mit einem Unterkapitel, in dem ich – inzwischen altersblöd – ein Liebeslied über das Kotzloch anstimme, in dem ich das Licht der Welt erblickt habe. Mitnichten. Heimat ist für mich ein grandioses Wort, das so gar nichts mit dem so einschlägigen Heimatdusel wadeldicker Lederhosenträger zu tun hat. Heimat ist auch, eine Auswahl: Hanoi und Galway und New Delhi und Brazzaville und New York und die Sahara und Paris etc. Und Heimat ist auch, eine Auswahl: die Nähe zu Freunden, zur Liebe, zu Zen, zu Frauen, zur Musik und zur Sprache und zum Schreiben und. Tieren und Eros etc.  Ich danke euch, herzlich, Andreas.

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Ihr Lieben,
heute, 27.4.2020, wieder die schönste und ruchloseste Mail.

Zuerst ein Wort der Erklärung, weil mir besorgte LeserInnen immer wieder rührige Mitleidsmails schicken, tief besorgt fragen, wie ich das Gebelle der Ruchlosen aushalte.

Nun denn, hier eine kleine Gebrauchsanweisung für all jene, die berühmt werden wollen und es eines Tages ein bisschen sind.

Ich durchlief drei Stufen im Umgang mit den rabiaten Giftzwergen, die sich gern außer Rand und Band zu meinen Büchern äußern.

Von Kollegen weiß ich – ich bin nicht der einzige, der bisweilen niedergebrüllt wird –, dass es sich entweder um hochmoralisch Bigotte handelt, in den meisten Fällen jedoch um notorische Neidhammel, die tiefst in ihrem Busen überzeugt sind, dass sie haushoch eleganter und intelligenter schreiben können als AA, das „schwimmbeckengroße Arschloch“.

Ja, man muss lernen, darauf zu reagieren. Wer das nicht tut, wird leiden. Der Reihe nach.

Erste Stufe, erste Phase:
Ich bellte zurück, zornbebend über die maßlose Frechheit solcher Beleidigungen. Uff, was für ein Tor ich war, Himmel, das ist genau die Reaktion, die der Kläffer (die Kläfferin) beabsichtigt: mich aufs Schlachtfeld locken, um dort weiter auf mich eindreschen zu können. Mein Fehler, ganz uncool, ganz unsouverän.

Zweite Stufe, zweite Phase:
Ich schrieb noch immer zurück, aber jetzt ohne Schaum vor dem Mund, eher ironisch, Witzli machend. Schon cooler, aber noch immer nicht cool.

Dritte Stufe, dritte Phase:
Nicht antworten, nie. Das hat nur Vorteile: Der andere kann sich nicht sicher sein, ob seine / ihre Mail je angekommen ist. Und wenn sie angekommen ist, dann besitzt man – endlich – genug Nerven, sich nicht provozieren zu lassen. Heute, nach so vielen Nachrichten von unhappy Stinktieren, amüsiere ich mich ja, suche mir die allergiftigsten Zeilen heraus und veröffentliche sie.

Remember: Don’t react, don’t comment, just shut up. Was ungemein zum Seelen- und Weltfrieden beiträgt. Hurra, jetzt die beiden Mails vom 12.1.2020, ich danke euch, herzlich, Andreas.

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Schönste Mail der Woche / 29.4.2020
Cher monsieur, seit Jahren lese ich Ihre Bücher und bin auf jedes neue gespannt. Jedes Buch ist ein Genuss, nein, stimmt nicht, jedes Ihrer Bücher ist anstrengend und überraschend und rüttelt so manches Mal an den Grundfesten unserer vermeintlichen Toleranz. Für mich das Forderndste: „Frauen.Geschichten.“ Und darin der Satz der Cherokee. Weil er so grausam weit entfernt von dem war, was mir widerfuhr (ich sage es gleich – das ist vorbei). Kurzfassung: Seit 2006 lebe ich in Frankreich. Da hoffnungslos und unrettbar verliebt in dieses Land.  Und nie nie nie, auch nicht unter den Schlägen eines Mannes, nicht in Zeiten einer (kurzen) Obdachlosigkeit, nicht in Zeiten der Einsamkeit (da ich von meiner Freiheit trotz intensiver Liebesschwüre nicht – nicht mehr! – lasse) kam der Gedanke, dieses Land zu verlassen. Dafür kommt JEDEN Tag beim Aufwachen die Dankbarkeit über mich, hier leben zu dürfen. Und dann gehe ich mir einen Kaffee aufbrühen, trinke ihn am Fenster und weiß wieder, dass es niemand und nichts mit diesem Glück des Davongekommenseins aufnehmen kann. Und deshalb – schreiben Sie weiter.  Herzlichst, XY.

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Ruchloseste Mail der Woche / 29.4.2020
Vorbemerkung: Das ist durchaus witzig zu lesen! Nachdem ich als vampiristischer Narzisst, armes Würstchen, Soziopath mit einer abgründigen Persönlichkeit abserviert wurde, stellt sich die Dame selbst vor. Lest, amüsiert euch, man darf ruhig kichern. Nun zur Abrechnung.

„Was ich von Ihren „Frauen. Geschichten.“ halte: die traurige Nabelschau eines vampiristischen Narzissten, der sich als klassischer Soziopath auf alle und alles, aber nie auf das gefährlichste Abenteuer des Lebens eingelassen hat – hingebungsvolle Liebe. Weil Sie es schlichtweg nicht können, nie konnte, nie können wird. Ein ruheloser Beobachter, der alles auf-, aus- und leersaugt. Wen auch immer, wo auch immer. Und Weitergehen. Das ist Ihr Ding. So viel mitnehmen wie nur geht. Ein armes Würstchen. Seit Kindheit an. Und geblieben. Dumm gelaufen. Nur Ihre Geschichten und Schreibkunst machen Sie attraktiv. Nicht Sie. Na klar, der Super-Sex-Macho.  Ihre anderen Bücher sind besser. Nicht ganz so demaskierend für Ihre abgründige Persönlichkeit.

Wer ich bin? Selbst lang genug kindheitsgeschunden, mit einem Narzissten zusammen und beim Psychologen in Therapie. Aber glücklichst davongekommenen, dazu schön und schlau, hoch erfolgreich und geliebt.