Andreas Altmann – Facebook, auch lesbar von Leuten, die keinen FB-account haben.

Warnung: Auf meiner FB-Seite befinden sich grundsätzlich nur Nachrichten, die meine beruflichen Tätigkeiten betreffen. Oder kurze Texte und Stellungnahmen zu aktuellen Ereignissen. Private Hinweise – siehe neu verliebt, neu vergeigt, frisch verwitwet oder Hinweise wie „endlich Abszess an der linken Arschbacke entfernen lassen“, sorry, sie kommen nicht vor.

In loser Folge stehen unter „Aktuell“ auch die „schönste und ruchloseste Mail der Woche“.

Ihr Lieben,
heute, 27.4.2020, wieder die schönste und ruchloseste Mail.

Zuerst ein Wort der Erklärung, weil mir besorgte LeserInnen immer wieder rührige Mitleidsmails schicken, tief besorgt fragen, wie ich das Gebelle der Ruchlosen aushalte.

Nun denn, hier eine kleine Gebrauchsanweisung für all jene, die berühmt werden wollen und es eines Tages ein bisschen sind.

Ich durchlief drei Stufen im Umgang mit den rabiaten Giftzwergen, die sich gern außer Rand und Band zu meinen Büchern äußern.

Von Kollegen weiß ich – ich bin nicht der einzige, der bisweilen niedergebrüllt wird –, dass es sich entweder um hochmoralisch Bigotte handelt, in den meisten Fällen jedoch um notorische Neidhammel, die tiefst in ihrem Busen überzeugt sind, dass sie haushoch eleganter und intelligenter schreiben können als AA, das „schwimmbeckengroße Arschloch“.

Ja, man muss lernen, darauf zu reagieren. Wer das nicht tut, wird leiden. Der Reihe nach.

Erste Stufe, erste Phase:
Ich bellte zurück, zornbebend über die maßlose Frechheit solcher Beleidigungen. Uff, was für ein Tor ich war, Himmel, das ist genau die Reaktion, die der Kläffer (die Kläfferin) beabsichtigt: mich aufs Schlachtfeld locken, um dort weiter auf mich eindreschen zu können. Mein Fehler, ganz uncool, ganz unsouverän.

Zweite Stufe, zweite Phase:
Ich schrieb noch immer zurück, aber jetzt ohne Schaum vor dem Mund, eher ironisch, Witzli machend. Schon cooler, aber noch immer nicht cool.

Dritte Stufe, dritte Phase:
Nicht antworten, nie. Das hat nur Vorteile: Der andere kann sich nicht sicher sein, ob seine / ihre Mail je angekommen ist. Und wenn sie angekommen ist, dann besitzt man – endlich – genug Nerven, sich nicht provozieren zu lassen. Heute, nach so vielen Nachrichten von unhappy Stinktieren, amüsiere ich mich ja, suche mir die allergiftigsten Zeilen heraus und veröffentliche sie.

Remember: Don’t react, don’t comment, just shut up. Was ungemein zum Seelen- und Weltfrieden beiträgt. Hurra, jetzt die beiden Mails vom 12.1.2020, ich danke euch, herzlich, Andreas.

Schönste Mail der Woche / 29.4.2020

Cher monsieur, seit Jahren lese ich Ihre Bücher und bin auf jedes neue gespannt. Jedes Buch ist ein Genuss, nein, stimmt nicht, jedes Ihrer Bücher ist anstrengend und überraschend und rüttelt so manches Mal an den Grundfesten unserer vermeintlichen Toleranz. Für mich das Forderndste: „Frauen.Geschichten.“ Und darin der Satz der Cherokee. Weil er so grausam weit entfernt von dem war, was mir widerfuhr (ich sage es gleich – das ist vorbei). Kurzfassung: Seit 2006 lebe ich in Frankreich. Da hoffnungslos und unrettbar verliebt in dieses Land.  Und nie nie nie, auch nicht unter den Schlägen eines Mannes, nicht in Zeiten einer (kurzen) Obdachlosigkeit, nicht in Zeiten der Einsamkeit (da ich von meiner Freiheit trotz intensiver Liebesschwüre nicht – nicht mehr! – lasse) kam der Gedanke, dieses Land zu verlassen. Dafür kommt JEDEN Tag beim Aufwachen die Dankbarkeit über mich, hier leben zu dürfen. Und dann gehe ich mir einen Kaffee aufbrühen, trinke ihn am Fenster und weiß wieder, dass es niemand und nichts mit diesem Glück des Davongekommenseins aufnehmen kann. Und deshalb – schreiben Sie weiter.  Herzlichst, XY.

Ruchloseste Mail der Woche / 29.4.2020

 

Vorbemerkung: Das ist durchaus witzig zu lesen! Nachdem ich als vampiristischer Narzisst, armes Würstchen, Soziopath mit einer abgründigen Persönlichkeit abserviert wurde, stellt sich die Dame selbst vor. Lest, amüsiert euch, man darf ruhig kichern. Nun zur Abrechnung.

„Was ich von Ihren „Frauen. Geschichten.“ halte: die traurige Nabelschau eines vampiristischen Narzissten, der sich als klassischer Soziopath auf alle und alles, aber nie auf das gefährlichste Abenteuer des Lebens eingelassen hat – hingebungsvolle Liebe. Weil Sie es schlichtweg nicht können, nie konnte, nie können wird. Ein ruheloser Beobachter, der alles auf-, aus- und leersaugt. Wen auch immer, wo auch immer. Und Weitergehen. Das ist Ihr Ding. So viel mitnehmen wie nur geht. Ein armes Würstchen. Seit Kindheit an. Und geblieben. Dumm gelaufen. Nur Ihre Geschichten und Schreibkunst machen Sie attraktiv. Nicht Sie. Na klar, der Super-Sex-Macho.  Ihre anderen Bücher sind besser. Nicht ganz so demaskierend für Ihre abgründige Persönlichkeit.

     Wer ich bin? Selbst lang genug kindheitsgeschunden, mit einem Narzissten zusammen und beim Psychologen in Therapie. Aber glücklichst davongekommenen, dazu schön und schlau, hoch erfolgreich und geliebt.