Notbremse nicht zu früh ziehen!

Notbremse nicht zu früh ziehen

Notbremse nicht zu früh ziehen

Mit dem Zug durch Indien

 

Verrisse:

FRANKFURTER ALLEGEMEINE ZEITUNG / FAZ: ..Altmann…interessiert sich für seine Reise, für sich, aber nicht wirklich für Indien. Seine Neugier ist Selbstbefriedigung…
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG: Hier gab es einen Verriss. Von Eva-Elisabeth Fischer. Schon ab Seite eins muss sie leiden. Dort steht der Lebenslauf des Autors. Die paar Zeilen erbosen sie derart, dass sie ihn glatt für erfunden erklärt. Wir haben daraufhin ein wenig Eva-Elisabeths Lebenslauf recherchiert und kamen nie auf die Idee, irgendetwas darin für erfunden zu halten. Dass sie über zwanzig Jahre lang Balletkritiken geschrieben hat und “nie wirklich ihre Heimatstadt verließ“, glauben wir sofort. Müssen wir noch erwähnen, dass selbst das im Buch gezeigte Foto von AA das Missfallen von Eva-Elisabeth erregte. “Im Lotussitz am Meeresgestade“ sieht sie den Autor. Wie wir von AA – beschämend! – erfahren haben, schafft er nicht einmal den halben Lotussitz. – Eva Elisabeths Enttäuschung über AA’s Zugfahrt durch Indien zieht sich bis ans Ende des Buches. Umtriebig schien sie auf der Suche nach “Stellen“, die offensichtlich viel zu rar vorkommen, zitiert sie doch einen harmlosen AA-Satz – “Nicht allein die Schönheit des Bildes ist es, es ist auch das Gefühl von maßlosem Frieden, von Leichtigkeit, von Einverstandensein“ – und folgert daraus, dass “Andreas Altmanns Verbal-Priapismus notgedrungen ununterbrochene Stilblütenergüsse hervorbringt.“ – Dass Eva-Elisabeth schon bei einem so schuldlosen Sätzlein an den vorlauten Griechen und dessen unverbrüchliche Erektion denken muss, nehmen wir – ganz Gentleman – diskret kichernd zur Kenntnis. Und wünschen Eva-Elisabeth beim nächsten AA-Buch mehr Glück. Nicht, dass sie wieder ununterbrochen an Priapos und ununterbrochene Ergüsse denken muss. Vorsorglich haben wir den Autor interviewt und uns versichern lassen, dass nicht eine Erektion und nicht ein Erguss vorkommen.

Lobreden:

BERLINER LITERATURKRITIK: …Reiseberichte können tödlich langweilen, doch Notbremse nicht zu früh ziehen! ist zugleich wunderbar skurril, witzig und nachdenklich…Altmann begegnet dem Land mit jenem trockenen Humor, der die Reportage so lesenswert macht…Andreas Altmann bleibt dem Leser nichts schuldig. Die Geschichten, die sich hinter diesen scheinbaren Klischees verbergen, überraschen. Doch Altmann hat neben der Direktheit seiner Fragen und dem Witz seines Berichts noch eine dritte Stärke: Journalistische Recherche…
TAGESSPIEGEL: Für den ehemaligen Schauspieler, Taxifahrer und Buchblubvertreter ist Indien ein grossartiges Abenteuer voller Überraschungen, das man nur mit Improvisationstalent bestehen kann. Kein Sitzplatz im Zug? Kurzentschlossen simuliert Altmann ein Beinleiden und humpelt ins Behindertenabteil, wo er den Leidensgenossen eine melodramatische Geschichte über eine wütende Ehefrau erzählt, die ihn mit dem Auto überfahren hätte (…) Der Kischpreisträger und Abenteurer hat schon in seinen Reportagen aus Afrika oder den USA gezeigt, dass er sich voller Neugier auf andere Leute, groteske Situationen und abenteuerliche Sitten einlassen und darüber spannend schreiben kann. “Alles übergabe ich dem Staunen, selbst das Vertrauteste“, ist sein von Brecht übernommenes Motto.
BADISCHE ZEITUNG: Der Weltenbummler war wieder unterwegs. Andreas Altmann (unseren Lesern bekannt von der BZ-Serie „In 60 Tagen um die Welt“) hat sich aufgemacht, um mit dem Zug durch Indien zu fahren. “Notbremse nicht zu früh ziehen!“ lautet der Titel seines neuen Buches. Der Reisereporter hat sich bei Bettlern und Businessmen, Huren und Heiligen umgesehen und erzählt in beklemmender Weise von seinen Erlebnissen im Land der großen Gegensätze. Altmann ist in Bombay in den Zug gestiegen und einfach drauflosgefahren. Er fand Hindu-Heiligtümer und Slums – und er besuchte Poona, die kultige Stadt, in der einst der Bhagwan seine Jünger aus aller Welt in seinen Bann zog. Altmanns Geschichten sind eine durchaus kurzweilige Lektüre – nicht nur für Menschen mit Fernweh.