SCHÖNSTE MAIL DER WOCHE / 18 / 5 / 2017:

Hallo Herr Altmann, nachdem einer in unserem Literaturkreis Ihr Buch „Das Scheissleben…“ vorgeschlagen hatte, (ich habe seit 20 Jahren die Buchhandlung XY in XY – wir treffen uns einmal im Monat, um ein von allen gelesenes Buch zu besprechen), bin ich auf Ihre Bücher aufmerksam geworden und „musste“ nun weitere lesen (das beschissen schöne Leben, Buddha, Gebrauchsanweisung Leben und Paris – Berlin habe ich von meinem Mann vorgelesen bekommen (das war sein erstes von Ihnen). Wir amüsieren uns ja köstlich, dass in allen bisher gelesenen Büchern der Herr Coelho erwähnt wird und schlecht weg kommt (wenn der wüsste!) – er verursacht wohl einen Würgereiz bei Ihnen… Die Frauen und das verdammte Land liegen auch schon bereit und ich merke langsam, dass ich so manch andere gute Schriftsteller vernachlässige! (Kennen Sie Connie Palmen? – eine Autorin, die ich Ihnen allein von der Sprache – für Sprachbegeisterte und Menschenkundler ein Muss in meinen Augen – sehr empfehlen kann). Ich wollte Ihnen nur sagen, dass ich in meiner gesamten Buchhändlerinnenlaufbahn noch nie einen Autoren in so einer Vielzahl hintereinander gelesen habe! Das heißt schon was und da können Sie stolz drauf sein! Es ist zum einen Ihre vielfältige Sprache, schon einzelne schön formulierte Sätze reichen, um ein kleines Feuerwerk an Freude in mir auszulösen, Sätze, die ich mir auf der Zunge zergehen lasse (allein das Vorwort bei der Gebrauchsanweisung für ein Leben ist so schön geschrieben, dass ich es mehrmals lesen musste), aber auch Ihr Hinschauen auf die Menschen (ich selbst bin ebenfalls eine Menschenbeobachterin und tue dies, weil ich nicht anders kann), ihr Humor… Außerdem hatte ich bisher nie das Gefühl, dass Sie sich in irgendeiner Form wiederholen (außer bei Coelho natürlich) – es bleibt immer interessant und spannend. Ich habe so viel erfahren, werde inspiriert (lese gerade die Letters from the Dhamma Brothers, die mich sehr berühren und beschäftigen) und das passiert mir nur bei wenigen Autoren.
Mittlerweile infiziere ich auch meine Freunde mit Ihren Büchern, weil sie mich beschäftigen. Bei dem Buch Paris – Berlin gab es kaum eine Tagesbeschreibung, bei der mein Mann und ich nichts dazu zu sagen hatten, immer gab es Gesprächsstoff… ich möchte fast sagen, wir werden von Ihnen sensibilisiert. Und dafür möchte ich Ihnen danken. Was mich ebenfalls berührt ist, dass Sie Ihr Leben trotz dieser Kindheit nun auf Ihre ganz besondere Art und Weise leben und es als Geschenk betrachten, und dass Sie vor nichts (oder vielleicht kaum etwas) zurückschrecken, es auszuprobieren, so intensiv leben und ich wünsche Ihnen, dass Sie dies noch viele viele gesunde Jahre tun dürfen! Auf das Leben und die Liebe! Herzliche Grüße aus XY.