1996

Weit weg vom Rest der Welt -
In 90 Tagen von Tanger nach Johannesburg
Rowohlt-Verlag



Neuausgabe Juni 2007
(erweitert um 40 Seiten, ein Nachwort und Fotos von Michael Martin)


Verriss:

FAZ (Andreas Obst): ....Altmann wird unversehens zum Richter. Die meisten Menschen dort sind - laut Altmann - korrupt, verschlagen und brutal - oder alles zusammen...


Lobreden:

WDR / Elke Heidenreich: ...Altmann hat den menschlichen Blick auf die Zustände bewahrt, er wertet nicht, er fühlt mit, er sieht das Elend, aber er sieht auch Witz, Schönheit, Poesie. Es ist ein spannendes, ein unterhaltendes und ein zutiefst menschliches, warmes Reisebuch.

GEO / Saison: Andreas Altmann ist unendlich begabt für Sprache und was sie auslöst. Seine Reise führt nicht allein durch einen Kontinent, sie führt vor allem in wunderbares Menschsein. Auf Seelen stößt sie, die allem Unrecht, der Armut, dem Hunger, der Not der am falschen Ort Geborenen, standhalten. um irgendwo jene Wahrheit zu finden, mit der sie leben können....Das wahrste Afrika-Reisebuch dieser Jahre.

GEO: Wenn es ihn noch irgendwo gibt, den einst von Egon Erwin Kisch verkörperten "rasenden Reporter", dann vielleicht als Alter Ego des früheren Schauspielers Altmann. Der langjährige GEO-Autor ist gleich in der doppelten Bedeutung des Wortes rastlos: als ständig getriebener Reisender und als wortmächtiger, sätzespuckender Reporter, dessen Texte sich oft lesen, als seien sie im Fiebertaumel geschrieben....

 


1999

Im Land der Freien -
Mit dem Greyhound durch Amerika
Rowohlt-Verlag



Neuauflage Februar 2007


Verisse:

ZEIT: ...Andreas Altmann führt solch ein Ego an der Leine. Und das muss der Leser uneingeschränkt mögen, der seine Beschreibung einer Reise mit dem Greyhound durch Amerika von New York nach San Francisco ertragen will. Denn Altmann ist von Europa aufgebrochen, um mit der pennälerhaften Selbstherrlichkeit eines vergreisten Alt68ers die Grundübel Amerikas anzuprangern...

FAZ (Andreas Obst): Aber das Finden ist bei Altmann immer eher Bestätigung dessen, was er vorher schon wusste, gelesen hatte oder irgendwie ahnte: Das macht das Buch anstrengend für alle...
 

Lobreden:

TAGESSPIEGEL: ...Was er aufschnappt, sind die Geschichten einfacher Menschen, denen er unterwegs begegnet, mal schön schaurig, mal traurig, mal skurril. Altmann's Bücher zeichnen sich durch eine angenehme Sensibilität, ein waches Auge und einen flotten Schreibstil aus. Und eine Unmittelbarkeit der Ereignisse durch eine subjektive Erzählweise....

HAMBURGER MORGENPOST: ...Schon jetzt hat der Leser mehr über Amerika erfahren als in vielen Reisführern. Es ist, natürlich, Altmanns Amerika - Reisen ist nun mal subjektiv, Reisen ist Welt interpretieren, und reisende, reportierende Literaten wie Altmann machen das lust-und lehrreich immer wieder deutlich. "Im Land der Freien" macht einfach Spaß. Und furchtbar neidisch...

NDR / Hörfunk: Geradezu glücklich aber dürfen Daheimgebliebene manchmal sein, wenn Sie die Geschichten von Andreas Altmann lesen. Das gilt auch für sein neues Buch, in dem er über einen Trip durch die USA mit dem Greyhound berichtet. Er hat in allen deutschsprachigen Magazinen veröffentlicht. Seine Präzision des Beobachtens mag damit hinreichend geehrt sein. Nicht aber sein Mut... Viele der Geschichten, die Altmann dort widerfahren, glauben wir zu kennen. Dennoch sind sie in seiner Sichtweise irgendwie anders. Lakonischer, aber auch bestürzender....

 


2001

Im Herz das Feuer -
Unterwegs von Kairo in den Süden Afrikas
Picus-Verlag



Verriss:

FAZ (Andreas Obst): ....Es ist Altmanns soundsovielte Reportage über eine Reise von irgendwo nach nirgendwo, im Grunde ist es eine einzige unendliche Suada...Nur einen einzigen stillen Moment gibt es in diesem hitzewallenden Buch. Da liegt der Erzähler im siedend-heißen Hotelzimmer in Assuan und fragt sich: Warum mache ich das? Niemand antwortet.
 

Lobreden:

WELTWOCHE: .. Altmann gelingt es, mit drei Sätzen einen Bogen zu schlagen, der die Geschichte mit der Gegenwart verbindet. Diese wird dadurch begreifbar und erhält Zusammenhänge. Er reist und schreibt mit Tempo, herrlich besessen, getrieben und mitgerissen vom Bedürfnis (oder von der Sucht), das schon André Gide beschrieb: die Suche nach der "émotion forte", dem starken Gefühl. Er beobachtet nicht nur seine Umgebung messerscharf, sondern auch sich selbst. Und erzählt davon ebenso ehrlich wie witzig.

TAZ: In kurzen Streiflichtern beleuchtet Altmann kleine Episoden, die die Kraft haben, eine ganze Welt zu öffnen....Diese wunderbare Geschichte von Fahti, dem Verkäufer, der Altmann mit den Worten "You ar something very speciall" einfängt, um ihn dann mit Tee, Wasserpfeife, Sonderangebot, Spezialkredit - "all currencies accepted" - und Dattelschnaps zum Kauf einer (nutzlosen) Holzschatulle zu verführen. Und Altmann,...der im Fremden nach dem Anderen sucht, nach den Geschichten...

KÖLNER STADTANZEIGER: Altmann erzählt sehr genau, packend und stets hart am Saum der Wirklichkeit entlang. Seine Geschichten sind leidenschaftliche, radikal auf den Punkt der Erkenntnis gebrachte Erfahrungen....Für Orientmythen oder AfrikaNostalgie bleibt da kein Platz. Wohl aber für die Poesie menschlicher Kommunikation. Die es möglich macht - so Altmanns wunderbares Diktum - dass ein gesprochener Satz "Satzhungrige" manchmal eine Woche lang ernährt.

 


2002

Einmal rundherum -
Geschichten einer Weltreise
Rowohlt-Verlag



 

Verrisse:

Keine offziellen in Zeitungen, etc., dafür hat Frau "Globetrotter Sandra“ bei amazon wütend ausgeholt: “Sehr oberflächlich und langweilig. Zum Mitreisen fehlt einfach die nötige Tiefe. Zu dem kommt, dass Herr Altmann seinem Verlangen nach schönen erotischen Frauen, die es jedem Land zu Haufe geben mag, mehr Seiten eingeräumt hat als spannenden Inhalten. Jedenfalls gibt es deutlich bessere "Reiseberichte" von Weltreisenden, sowohl inhaltlich als auch stilistisch, als die von Herrn Altmann.“
 

Lobreden:

DEUTSCHE WELLE: ...Reisen das ist für Andreas Altmann eine Flucht von den Atemnöten eines von Vorhersehbarkeiten erstickten Lebens. Wie seltsam nur, dass so viele Reisende immer mit dem einem Bein zu Hause blieben, schreibt er. Mit seinem Buch wolle er den Leser mit Sehnsucht vergiften, damit er den Mehtsack in sich vergisst, den Ranzen schnürt und losrennt. Das ist ihm gelungen.

LITERATUREN: ....Auf diese Weise ist ein Buch entstanden, das gerade deshalb zur Lektüre empfohlen sei, weil es weit mehr ist als die flotte Reportage eines schreibenden Globetrotters: Unter der Hand hat Altmann das Selbstportrait eines modernen Heimatlosen entworfen, der seiner Welt entfliehen will und in der Ferne trotzdem fremd bleibt.

WELT AM SONNTAG: ....Das Ergebnis ist amüsanter und informativer Lesestoff...Altmann wenigstens versteht es, selbst kleine Begebenheiten und flüchtige Begegnungen in den großen Zusammenhang zu bringen und richtig zu deuten. Und so erfährt der Leser vielleicht bei ihm mehr von der Welt als aus manchem Reiseführer.

 


2002

Unterwegs in Afrika
(Fotos: Michael Martin)
Frederking & Thaler-Verlag



Veriss:

FAZ (Andreas Obst): ..... An anderer Stelle schwadroniert Altmann über den Krieg in Äthiopien, und der Leser muß selbst herausfinden, daß er offenbar die Zeit vor der Vertreibung des Regimes Mengistu im Mai 1991 meint.... Die Frage ist allerdings, ob Altmann und Martin, die mit keinem Wort auf den Jahre überdauernden Mehrfachgebrauch ihrer vermeintlich einzigartigen Erlebnisse verweisen, tatsächlich die wahrhaftigen Chronisten afrikanischen Lebens sind, die zu sein sie vorgeben.
 

Lobreden:

SÜDDEUTSCHE ZEITUNG:... Der Kischpreisträger Andreas Altmann verklärt nichts, er beschreibt, was er sieht, was er erlebt, was er spürt. Er erzählt von einer Kongo-Flussfahrt, von der Kamelbibliothek im Norden Kenias, von Joe, der mit seinem Tanklastwagen von Nairobi über Uganda und Ruanda ins Bürgerkriegsland fährt, und von den Dieben in Uniform, die ihn mit allen Tricks in Nigeria ausnehmen. Altmann ist kein Besserwisser, kein Zyniker, aber auch kein Romantiker...und gerade deshalb entfalten seine Geschichten so viel Kraft und Humor, wie sie nur wenige Afrika-Reportagen haben.

HÖRZU: Nah kommen und ganz nah dranbleiben ­ nach diesem Prinzip erschlendert und erobert sich Andreas Altmann seit vielen Jahren die Länder der Erde. Weltenbummler nannte man früher so was, was sehr viel mehr Charme hatte als das neudeutsche Globetrotter. Er ist kein Reiseschriftsteller, sondern "ein Schreiber, der nebenbei reist.“...Altmann ist ein Reiseverführer, seine Bücher sind Meisterwerke des Genres, sie nehmen den Leser mit und bringen ihn weiter. Diesmal hat der Autor sich mit dem Fotografen Michael Martin zusammengetan...und sie waren sehr nah dran am Zauber und am Elend eines Kontinents.

HESSISCHER RUNDFUNK: Ein Prachtband mit Fotos der Extra-Klasse und zugleich ein Reportage-Ereignis.

 


2003

Notbremse nicht zu früh ziehen ! -
Mit dem Zug durch Indien
Rowolt Taschenbuch



Verrisse:

FAZ (Andreas Obst): ..Altmann...interessiert sich für seine Reise, für sich, aber nicht wirklich für Indien. Seine Neugier ist Selbstbefriedigung...

SÜDDEUTSCHE ZEITUNG: Hier gab es einen Verriss. Von Eva-Elisabeth Fischer. Schon ab Seite eins muss sie leiden. Dort steht der Lebenslauf des Autors. Die paar Zeilen erbosen sie derart, dass sie ihn glatt für erfunden erklärt. Wir haben daraufhin ein wenig Eva-Elisabeths Lebenslauf recherchiert und kamen nie auf die Idee, irgendetwas darin für erfunden zu halten. Dass sie über zwanzig Jahre lang Balletkritiken geschrieben hat und "nie wirklich ihre Heimatstadt verließ“, glauben wir sofort. Müssen wir noch erwähnen, dass selbst das im Buch gezeigte Foto von AA das Missfallen von Eva-Elisabeth erregte. "Im Lotussitz am Meeresgestade“ sieht sie den Autor. Wie wir von AA - beschämend! - erfahren haben, schafft er nicht einmal den halben Lotussitz. - Eva Elisabeths Enttäuschung über AA’s Zugfahrt durch Indien zieht sich bis ans Ende des Buches. Umtriebig schien sie auf der Suche nach "Stellen“, die offensichtlich viel zu rar vorkommen, zitiert sie doch einen harmlosen AA-Satz - "Nicht allein die Schönheit des Bildes ist es, es ist auch das Gefühl von maßlosem Frieden, von Leichtigkeit, von Einverstandensein“ - und folgert daraus, dass "Andreas Altmanns Verbal-Priapismus notgedrungen ununterbrochene Stilblütenergüsse hervorbringt.“ - Dass Eva-Elisabeth schon bei einem so schuldlosen Sätzlein an den vorlauten Griechen und dessen unverbrüchliche Erektion denken muss, nehmen wir - ganz Gentleman - diskret kichernd zur Kenntnis. Und wünschen Eva-Elisabeth beim nächsten AA-Buch mehr Glück. Nicht, dass sie wieder ununterbrochen an Priapos und ununterbrochene Ergüsse denken muss. Vorsorglich haben wir den Autor interviewt und uns versichern lassen, dass nicht eine Erektion und nicht ein Erguss vorkommen.
 

Lobreden:

TAGESSPIEGEL: ...Der Kisch-Preisträger Altmann hat schon in seinen Reportagen aus Afrika oder den USA gezeigt, dass er sich voller Neugier auf andere Leute, groteske Situationen und abenteuerliche Sitten einlassen und darüber spannend schreiben kann. Alles übergab ich dem Stauen, selbst das Vertrauteste, ist sein von Brecht übernommenes Motto...

BERLINER LITERATURKRITIK: ...Reiseberichte können tödlich langweilen, doch Notbremse nicht zu früh ziehen! ist zugleich wunderbar skurril, witzig und nachdenklich...Altmann begegnet dem Land mit jenem trockenen Humor, der die Reportage so lesenswert macht....Andreas Altmann bleibt dem Leser nichts schuldig. Die Geschichten, die sich hinter diesen scheinbaren Klischees verbergen, überraschen. Doch Altmann hat neben der Direktheit seiner Fragen und dem Witz seines Berichts noch eine dritte Stärke: Journalistische Recherche...

BÜCHERFORUM: ...So wie Altmann sich von Indien beschenkt fühlt, fühlt sich der Leser von Altmann beschenkt. Genau das ist dieses Buch: eine Liebeserklärung an Indien...Reisen kann süchtig machen, Autor Andreas Altmann auch.

 


2004

34 Tage / 33 Nächte -
Von Paris nach Berlin zu Fuß und ohne Geld

Federking & Thaler Verlag


(Hardcoverausgabe) Seume Literaturpreis 2005
 


(Taschenbuchausgabe)


ARTE drehte im Sommer 2004 einen Film zu dem Buch


Verriss:

TAZ: ...Altmann ist ein Ego-Tripper par excellence, ein gnadenloser Narziss...


Lobreden:

MÜNCHNER ABENDZEITUNG: ...Altmann schildert lebendig und emotional, mit Selbstironie und Distanz, ohne jede Arroganz. Das macht sein Buch auch für den Leser zur spannenden Grenzerfahrung...

DEUTSCHE WELLE: ....Altmann ist ein Zivilisationskritiker, den es vor den Vorhersehbarkeiten eines durchorganisierten Lebens graust ­ das hat er schon in seinen wunderbaren Reportagen Weit weg vom Rest der Welt und Notbremse nicht zu früh ziehen! bewiesen. 34 Tage / 33 Nächte ist ein Reisebuch der wirklich anderen Art.

HÖRZU: .....34 Tage / 33 Nächte, sein Reisebericht schildert ein echtes Abenteuer, warmherzig, einfühlsam, oft witzig. Großartig....

 


2005

Getrieben -
Stories aus der weiten wilden Welt
Solibro Verlag



Verriss:

WWW.LITERATURKRITIK.DE: Altmann, der Pointenverhaspler.... Dramaturgisch sind die Geschichten dabei dürftig: Zumeist erzählt Altmann bieder chronologisch und verhaspelt sich bei den Pointen. In einer Geschichte fädelt er einen Versicherungsbetrug ein. Dafür muss er..... Es soll nicht verschwiegen werden, dass die Erzählungen zum Teil aufregend sind, wenngleich auch eher nach Art einer saftigen Räuberpistole: Altmann geht ins Bordell und wird ausgeraubt, er gerät auf schlechte Drogentrips, er versucht es mit schwuler Liebe und beschreibt das im Detail. Das hat Sensationswert.


Lobreden:

DER TAGESSPIEGEL: Lesen und Reisen....Er selbst sieht sich als Reporter von Ereignissen, nicht als Journalist - wohl auch, weil er sich dagegen sträubt, den Ansprüchen objektiver Berichterstattung zu genügen. Daher sind die Geschichten des Weltenbummlers und Egon-Erwin-Kisch-Preisträgers Andreas Altmann hemmungslos subjektiv. Vor allem aber ist die Welt für ihn eine unermesslich große Bühne, auf der nur ein Stück gespielt wird: Altmanns Lust auf Leben, Leichtsinn und Abenteuer. Hier ist er in seinem Element....Altmanns Lebensphilosophie schwankt zwischen ständigem egoistischen Hunger nach Wunscherfüllung und mitmenschlicher Anteilnahme. So nimmt Altmann den Leser in der Geschichte "Im Angesicht des Todes" mit auf die Reise in ein buddhistisches Klosterhospiz, in dem Aidskranke eine letzte Zuflucht vor dem sicheren Tod finden. Beeindruckend, wie der Reporter hier bei tropischen Temperaturen bis zur völligen Erschöpfung den Patienten Zuwendung gibt....In der Geschichte "Celeste" dagegen treibt ihn die gleichermaßen leidenschaftliche wie romantische Liebe zu einer schönen Frau von Paris aus um die Welt. Hier ist er ein wahrlich Getriebener.....Jemanden für immer lieben und eine gutbürgerliche Ehe führen? Auf 32 Seiten werden wir Zeuge dieses Ringens: einerseits Liebe, andererseits Freiheit....

AUGSBURGER ALLGEMEINE: Leben spüren....Es gibt nur zwei Möglichkeiten: lieben oder lassen. Dazwischen gibt es nichts. Wer Andreas Altmann nicht ertragen kann, findet in ihm einen würdigen Gegner, denn auch er hat es nicht mit den Grautönen. Natürlich bleibt sein ausgeprägtes Ego nicht zu Hause, wenn er auf Reisen geht, ­ dafür ist es aber auch wesentlicher Bestandteil seiner außergewöhnlichen Berichte von allen Ecken der Erde. Getrieben, Stories aus der weiten wilden Welt, ist ein etwas anderes Altmann-Buch. Anders, weil sich der Reporter etwa an Liebesgeschichten wagt. Zugleich ist es typisch für ihn, weil er nicht daran denkt, zu schonen ­ weder sich noch seine Leser. Das macht die Sache spannend. Altmann geht an die Grenzen (am liebsten einen Tick weiter), sammelt unerhörte Erfahrungen, sucht größtmögliche Intensität....Aber auch: Hinein in die Welt dieses Büchertrinkers, in die Poesie eines geschenkten Moments und das menschliche Unvermögen. Erzählt Altmann von Schmerz, Niederlagen und diversen Abstürzen aus der Welt...

DEUTSCHE WELLE: Da ist man nun seit mehr als dreißig Jahren Journalist und häufig auch als Reporter unterwegs gewesen und gerät nach der Lektüre dieses Buches ins Grübeln: Die freie Wildbahn, das feindliche Leben, das wirkliche Reporterdasein - das ist wohl doch etwas ganz anderes. Da soll man nicht neidisch werden, wenn der Autor und Reporter Andreas Altmann durch die Welt reist: Etwa "In 90 Tagen von Tanger nach Johannesburg" oder "Zu Fuß und ohne Geld von Paris nach Berlin" - nur um zwei seiner zahlreichen Buchtitel zu nennen. Vielleicht bewundert man ihn ja sogar ein wenig....Andreas Altmann hat keine festen Regeln für das Schreiben. Für ihn ist alles erlaubt, nur Vehemenz muss es haben, Rhythmus, Swing, wie er sagt. Er habe kein Lebenshilfebuch geschrieben, keine Literatur, heißt es einleitend. Wohl wahr! Einige der Stories aus der weiten wilden Welt sind gleichwohl spannend und interessant. Doch wann zum Teufel hatte dieser Reporter bei seinen vielen Abenteuern und Eskapaden eigentlich noch Zeit zum Schreiben......

 


2006


Der Preis der Leichtigkeit -
Eine Reise durch Thailand, Kambodscha und Vietnam
Verlag Frederking & Thaler


(Hardcoverausgabe) 2006 auf Spiegel-Bestselleliste

(Taschenbuchausgabe)
 


Verrisse:

Bisher hat sich kein Kritiker dazu bereit erklärt. Dafür leidet so manch Leser bei amazon, wie Herr Harald aus Stuttgart. Ich will noch vorausschicken, dass Harald zu meinen treuesten Lesern gehört. Mit geradezu masochistischer Hingabe liest er sich von einer Ernüchterung zur nächsten. Nun aber Harald: “Schlechtes Buch. Ich fand die Reise langweilig, das ganze Buch hat mir nichts Neues erzählt, was ich nicht schon wusste. Ich habe mir das Buch gekauft, weil ich die begeisterten Rezensionen hier gelesen habe und habe mich total auf die Lektüre gefreut. Und nun muss ich feststellen, dass das Buch überhaupt nicht hält, was die Leute hier versprechen. Es ist einfach wahnsinnig fad.“


Lobreden:

DIE ZEIT: Nahaufnahmen aus Fernost zeigt Andreas Altmann in seinem Reisereport, dem Tagebuch eines Andersreisdenden. Er folgt eigenwilligen und unbequemen Fährten zu Menschen in Thailand, Kambodscha und Vietnam. Schmerz und Stille, Chaos und Sinnlichkeit fließen ineinander auf einer leidenschaftlichen Fahrt gegen den Strom. Bittere Tage wie die als Helfer in einem Aids-Kloster oder als Suchender nach dem großen Tsunami wechseln mit verblüffend alltäglichen Begegnungen auf der Straße. Kisch-Preisträger Altmann beobachtet scharf und protokolliert in teils ergreifenden Aufzeichnungen wie westliche und buddhistische Lebenswelten aufeinander prallen. Er durchlebt die Härten wie auch den Zauber hinter der Fassade fernöstlicher Leichtigkeit. Sein Report ist zugleich auch eine Kritik an kopflosem Reisen, die Pauschalurlauber ebenso wie Pseudoabenteurer trifft. Im Kampf gegen die Zerstreuung und "die Beschlagnahme unserer Sehnsüchte" geleitet seine pulsierende, bildstarke und mitunter derbe Sprache lebensnah in die tiefsten Winkel Südostasiens.

DIE WELT: ...Verblüffend auch seine Wahrnehmungen und Entdeckungen in Ho-Chi-Minh-City, das sich längst wieder Saigon nennt. Wie er die Biographien von zu Opfern gewordenen Tätern des einstigen südvietnamesischen Maarinettenregimes, aber auch von unschuldig in die Umerziehungsfänge der Kommunisten geratenen Zivilisten beschreibt, ist schlicht ein Meisterstück eines vor allem psychologisch investigativen Journalismus. Bei all dem kommt freilich die ihn umgebende Atmosphäre nicht zu kurz, jene unverwechselbare sinnlich-schwüle Saigon-Welt, die bereits vor einem halben Jahrhundert Graham Greenes "Stillen Amerikaner“ in ihren Bann gezogen hatte. Und Andreas Altmann? Er schenkt dem Leser - ganz gleich, ob dieser nun selbst ein Asienreisender sei oder nicht - gegen Ende eines Buches einen jender Sätze, mit denen man sich ganz vortrefflich, vibrierend vor Spannung, durch die weite Welt hangeln kann: "Schlaflose Städte sind der Traum jedes Reisenden.“

KREUZER: Herausgekommen ist "Der Preis der Leichtigkeit“, ein gänzlich unsemtimentaler und dabei packender und lebendiger Reisebericht aus dem Südosten Asiens.

THÜRINGER ALLGEMEINE: In seinem neuen Buch "Der Preis der Leichtigkeit“ lässt er den Leser intensivst teilhaben an seinen Begegnungen mit diesen Menschen, an seinen Beobachtungen und an seinen sehr persönlichen Gedanken und Gefühlen, als er diese Reportage schrieb. Die ist nicht nur auf jeder Seite des Buches packend. Die schüttelt das eigene, gut situierte mitteleuropäische und mitunter vom allgegenwärtigen Wohlstand etwas träge gewordene Gewissen durch, lässt über eigene Lebensentwürfe und -philosophien nachdenken: Wie hätte ich gehandelt in dieser oder jener unvermuteten Situation? Der Preis der Leichtigkeit ist kein bequemes Buch. Es ist eins, das beim Lesen Nägel ins Gehirn treiben kann, das man aber dennoch nicht fortlegen möchte, ehe es bis zur letzten Seite verschlungen ist. Mit seinen berührenden Ganz-nah-dran-Geschichten über die Menschen Südostasiens trägt Andreas Altmann diesen Erdteil in die Herzen der Leser.

KLEINE ZEITUNG / Österreich: "Der Preis der Leichtigkeit“ ist ein wunderbares Reisebuch, bis zur letzten Seite.

GLOBETROTTER / Schweiz: ....ist unter anderem ein wortgewaltiges Plädoyer für waches Reisen. Aber keine Anleitung, wie man am bequemsten zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten oder besten Stränden Südostasiens gelangt - sondern scharf an ihnen vorbei: zu den Menschen. Altmann beschreibt in seinem unnachahmlichen Stil beeindruckende Begegnungen, durch die der Leser mehr über Asien erfährt - und vielleicht versteht - als die Lektüre klassischer Asien-Bildungsbücher es je zulässt. Und man erfährt dabei viel über den mehrfach preisgekrönten Autor: Was ihn treibt, was ihm manchmal Freudestränen in die Augen oder was ihn auf die Barrikaden jagt. Mehr noch: Der Reporter Altmann berichtet nicht nur, er nimmt am Leben in Asien teil. Etwa in Thailand, als er in einem buddhistischen Kloster für Aids-Kranke arbeitet. Oder als freiwilliger Helfer im Tsunami-Katastrophengebiet....DIE Aufforderung zum selber Erleben, selber Denken, Erfahren, Erleiden und Erkennen. Der neue Altmann: Ein in gute Worte gemeisselter Ankick zu leben.

 


2007

Reise durch einen einsamen Kontinent -
Unterwegs in Kolumbien, Ekuador, Peru, Bolivien und Chile
Dumont Verlag
 



 

Verrisse:

Noch keine offiziellen, nicht in Zeitungen, nicht im Radio. Dafür hat ein Todgelangweilter aus Köln zugeschlagen, in Amazon. Er erinnert uns an die guten alten Zeiten der Bücherverbrennungen. Hier sein Todesurteil:

LAURIN KRECHTING: Ein langweiliges Buch. Es liest sich zäh, kommt ewig nicht voran, die beschriebenen Szenen sind langweilig, man bekommt kein Gespür für die Länder und den Kontinent. Fazit: Es ist keine gute Idee, das Buch als Weihnachtsgeschenk zu verschenken. Besser taugt es als Heizkraftstoff an kalten Winterabenden, dann freut sich wenigstens der Kamin drüber.


Lobreden:

BAYERISCHER RUNDFUNK: Nichts kommt auf dieser Reise aus zweiter Hand,

alles wird selbst gedacht und selbst empfunden - mit ansteckender Frische und Intensität. Ein Bericht wie ein Beutebuch, das einen mitreißt in einem unbändigen Allegrissimo Haken schlagender Geschichten. Wir erhalten Einblick in Kalkül und Manie, Verwaltung und Schöpfung, Alltag und Ekstase, Dumpftrunk und Verzweiflung, Ruhm und Verehrung, Leidenschaft und Krankheit. In Südamerika und weit darüber hinaus - denn das alles geht uns so oder anders ja auch an.

BERLINER MORGENPOST: Andreas Altmann reist durch fünf südamerikanische Länder, und er redet dabei von Tom Kummer und nicht von Machu Picchu. Er trifft Alte, Kranke, Bettler und denkt an Pablo Neruda und dessen Kampf gegen die Trägheit des Herzens. Altmann saugt in seiner lebendigen Sprache begierig alle Sinneseindrücke auf. Nicht um von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit zu führen, sondern um in jeder Menschenbegegnung eine Erklärung für die Welt zu finden.

DIE WELT: Vergleiche mit großen Namen haben stets was von der ranschmeißerischen Verkaufstaktik in der Manier des Billigen Jakob. Aber da es einem guten Zweck dient: Wenn es einen deutschen Reiseschriftsteller vom Kaliber eines Bruce Chatwin gibt, dann ist dies Andreas Altmann. Der gute Zweck? Leser beglücken. Jene, die Altmann noch nicht kennen. Die anderen, die von seinen grandiosen Texten infiziert sind, warten eh begierig auf jede Neuerscheinung. Seine aktuelle “Reise durch einen einsamen Kontinent ­ Unterwegs in Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien und Chile“ ist ein wunderbares Beispiel für die große Stärke des leidenschaftlichen Herumtreibers und Geschichten sammelnden Schönschreibers. Er findet Worte, die nur einem belesenen, sensiblen und hellwachen Geist entspringen können.

DRESDNER NEUESTE NACHRICHTEN: ....Nun gibt es ja Reisende zuhauf, Altmann versteht sich als einer, der ein Land nicht als Solarium begreift, sondern als Territorium, wo ihm die Einwohner etwas beibringen. Über sich, über ihn, über den Stand der Dinge. Dass er Spanisch beherrscht, erleichtert die Sache bei seiner viermonatigen Tour durch Südamerika. Alles kann und wlll er anscheinend dann doch nicht verstehen. Die Frömmigkeit der Lateinamerikaner befremdet ihn, da kehrt er immer wieder, obwohl er selbst in einem Zen-Kloser in Japan und bei einem Guru in Indien gelebt hat, den überheblichen Agnostiker heraus. Ansonsten wird beim Lesen des Buches “Reise durch einen einsamen Konitinent“ rasch klar, warum Altmann für seine in diversen Magazinen abgedruckten Reportagen mit Preisen überhäuft wurde.

FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG: ...Altmann schreibt keinen Reiseführer, Mal flüchtig, mal auf der Durchreise, mal nah und intensiv erzählt er die Lebensgeschichten der Menschen, denen er begegnet.....Altmann sucht die Nähe, hört zu, fragt nach und kommentiert. Aus ihren schönen, traurigen und manchmal lustigen Geschichten setzt er ein schemenhaftes, nachdenklich machendes Porträt der Andenländer zusammen.

HÖRZU: Er ist ein meisterlicher und weit gereister Reporter des Lebens ­ nun weckt Andreas Altmann Fernweh nach Südamerika. Weise und unaufgeregt schildert der Weltenbummler kleine Geschichten des Alltags. Klingelnde Handys im kolumbianischen Gottesdienst, geschäftstüchtige Quacksalber in Ecuador oder bolivianische Zeitungsberichte ­ der Autor findet überall den kurzen Moment des aberwitzigen Glücks im Schatten von Armut, Terror und Zerstörung. Er hadert mit dieser Welt, bleibt dabei aber immer ein großer Menschenfreund. Die Lektüre macht Lust, die Koffer zu packen und fremde Kulturen zu erforschen.

MÜNCHNER ABENDZEITUNG: Der kühle Titel des Buches täuscht; Es ist eine hitzige, im Stakkato geschriebene Reportage, deren Episoden dem Leser wie ein Tropengewitter den Kopf waschen. Wo immer der Autor in Kolmbien, Ecuador, Peru, Bolivien und Chile aus dem Bus steigt, trifft er Leute, deren Geschichten viel über das Leben in dem von Gewalt und Misswirtschaft erschütterten Kontinent verraten.....Wer wie Altmann das Authentische liebt, hasst das Leben aus zweiter Hand.....Roland Schulz (Anmerkung: Der Kritiker der Abendzeitung stellte noch einen anderen Autor vor, der auch ein Buch über Südamerika veröffentlicht hat) sprach mit einem Bergmann über das Innere des Silberbergs. Ob er selbst drin war, bleibt in der Reportage offen. Altmann holte sich in der Tiefe blutige Hände. Der sanfte Beobachter Schulz wäre gewiss ein angenehmerer Gefährte als der jedes Extrem auskostende Altmann auf seiner Selbsterfahrungsreise. Aber die eitle Egomanie macht ihn zum aufregenderen Autor.

TAGESSPIEGEL: ....Die Suche nach Menschen und deren Schicksalen und Geschichten treibt Altmann vorwärts. Dabei scheut er nicht vor verwanzten Herbergen oder lebensgefährlichen Vierteln zurück. Er sucht sie sogar.....Der Kisch-Preisträger spielt mit Sprache. Keine Phrasen, keine Füllwörter vermüllen seine Texte. Sein Markenzeichen ­ wenn man das so sagen kann. Dabei ist er Autodidakt. Er ist rastlos, es zieht ihn in die Welt. “Reisen durch einen einsamen Kontinent“ ist das zehnte Buch Altmanns. Sein neues Werk ist eine Reisereportage, die aus vielen Kurzreportagen besteht. Es existiert kein Höhepunkt, keine eigentliche Handlung. Altmann selbst, der nicht ganz uneitle Erfolgsautor, ist der rote Faden im Buch. Er reist und trifft Menschen. Manche mag er, andere verabscheut er. Dabei hat er eine eindeutige Einteilung: Menschen mit Lebensmut und Geist schätzt er, Schwätzer sind für ihn uninteressant. Altmann hat mit diesem Buch keinen Reiseführer für Südamerika vorgelegt, auch wenn man vieles über die verschiedenen Länder und deren Bewohner lernt. Aber das Buch ist eine Inspiration für ein anderes, wacheres Unterwegssein. Ganz gleich wohin.

THÜRINGER ALLGEMEINE: Er war unterwegs in Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien und Chile. Es war eine anstrengende Reise, die Reporter und Berufsreisender Andreas Altmann unternommen hat. Denn er suchte für seine Reportagen nicht territoriale Schönheiten oder unendlich oft beschriebene touristische Attraktionen. Er suchte die Nähe zu den Menschen, um ihnen Geschichten über ihr Leben zu entlocken. Entstanden ist ein wunderbar intensives, witziges, in Herz und Hirn dringendes Reisebuch. Mit seinem intensiven Reisebuch lässt Andreas Altmann mitfühlen, mitleiden, mitfreuen. Er weckt tiefes Mitgefühl und schreckliche Wut auf schockierende Ungerechtigkeiten und herrschendes Elend. Und er weckt Achtung vor dem unbeugsamen Lebenswillen. “REISE DURCH EINEN EINSAMEN KONTINENT“ ist kein sentimentales Buch. Es ist bis zur letzten Seite ein fesselnder Bericht über den Zustand in der Welt, der den Leser immer wieder zum Staunen bringt, wunderbar kritisch, wunderbar nachdenklich, wunderbar humorvoll.

DEUTSCHLANDRADIO: ...Nein, travel prose hat in Deutschland keine wirkliche Heimstatt - schon gar nicht in jener "Reiseliteratur", die höchstens für Touristen interessant ist und in oftmals recht betulichem Stil darüber aufklärt, was alles so geschehen kann, wenn man Indien per Fahrrad oder Grönland auf Stelzen durchquert ...Um genau diesen Hintergrund sollte man vielleicht wissen, um die Bücher des weltreisenden Solitärs Andreas Altmann nicht nur zu schätzen, sondern sie vor allem als Literatur wahrzunehmen, für welche wiederum - sorry, liebe Traditionsfreunde - ein englisches Wort zur Verfügung steht: Non fiction prose, in ihrer beschreibungsfrohen Subjektivität keineswegs zu verwechseln mit einem "Sachbuch" ...Altmann, unter anderem ausgezeichnet mit dem Kisch- und Seume-Literaturpreis, begibt sich diesmal auf eine "Reise durch einen einsamen Kontinent - Unterwegs in Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien und Chile" ...Was Andreas Altmann - ehemaliger "Geo"-, "Stern" und "Merian"-Reporter, aber nie infiziert von journalistischer Routine-Rhetorik - in Südamerika sieht, hört, riecht und schmeckt, wird ihm nämlich zu einer Sprache, die sinnlich und reflektiert zugleich ist ...Ja, es ist ein Genuss, die Prosa dieses abenteuerlustigen Menschenfischers zu lesen, eine Prosa, die in nahezu jeder Zeile an Albert Camus' Lebens-Resümee denken lässt: "Das Elend hinderte mich zu glauben, dass alles unter der Sonne und in der Geschichte gut sei, doch die Sonne lehrte mich, dass die Geschichte nicht alles ist."

 


2008


Im Land der Regebogenschlange -
Unterwegs in Australien
Dumont Verlag


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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