Wieder ein schüchterner Kommentar von Andreas Altmann

diesmal zur „Verdammtes Land“-Kritik in der Süddeutschen Zeitung von Eva-Elisabeth Fischer.

Wie schon in meinem schüchternen Kommentar – zu Hilmar Klutes Verriss über mein vorletztes Buch – vorausgesagt, wurde nun „Verdammtes Land“ von der Süddeutschen Zeitung eingestampft. Diesmal durfte Eva-Elisabeth Fischer ran. Wieder ran. Und das entbehrt nicht einer hinreißenden Komik: Vor genau zehn Jahren, im Januar 2004, hatte sich die „Ballettkritikerin“ Eva-Elisabeth auf mein „Notbremse nicht zu früh ziehen / Mit dem Zug durch Indien“ gestürzt und es in der Süddeutschen als Machwerk entlarvt.

Dass das Buch inzwischen auf die neunte Auflage zugeht und bei Amazon noch immer zu den Indien-Bestsellern zählt, das ist erfreulich, aber überhaupt nicht komisch. Das wird es erst, wenn man weiß, dass EEF – damals maßlos verärgert über AA, den schwadronierenden Indienfahrer – die SZ-Leser in ihrer Mahnpredigt wissen ließ, dass „Andreas Altmanns Verbal-Priapismus notgedrungen ununterbrochene Stilblütenergüsse hervorbringt“. Okay, komisch, aber noch nicht wahnsinnig komisch. Doch jetzt gewiss: Denn nun dürfen wir in ihrem aktuellen Todesurteil über „Verdammtes Land / Eine Reise durch Palästina“ nachlesen, dass Eva-Elisabeth – inzwischen eine rüstige Dame – vom griechischen Gott Priapos, dem Gott mit der übergroßen Erektion, nicht loskommt und am 17. März 2014 ihre Leser ein weiteres Mal unumwunden aufklärt: „Wie in all seinen Reportagen beflügelt Altmanns Erregung seinen auktorialen Priapismus …“ Das ist jetzt tatsächlich urkomisch, denn der überkandidelte Satz will uns nichts anderes sagen, als dass ich, der Reporter Altmann, ununterbrochen prallerregt die Welt bereise. Und immer, siehe weiter oben, für einen Erguss zu haben bin.

Well, wir nehmen Eva-Elisabeths standhaftes Festhalten an Sprachbildern voll schmucker, funkelnd-harter Männerglieder mit einem Lächeln zur Kenntnis. Ganz gentlemanlike.

PS: Dass das neue AA-„Pamphlet“ (Verdammtes Land) natürlich „wie je schlecht geschrieben ist“, versteht sich von selbst. Und dass ich ein „Israel-Hasser“ bin, sowieso. Geradezu unheimlich, wie sich die gute Frau an mir abarbeitet.