Ihr Lieben,

heute kommen drei Hinweise.

 

Hier gleich ein Interview, dann eine Mail an mich, in der ein Mann zum Inhalt des neues Buchs Stellung nimmt und zuletzt die Info zum neuen Podcast.

 

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Hier das Interview, das zum neuen Buch, „Gebrauchsanweisung für Männer“, vor ein paar Tagen in der Augsburger Allgemeinen erschien. Die Fragen stellte Birgit Müller Bardorff.

 

Herr Altmann, Ihr neuestes Buch ist eine „Gebrauchsanweisung für Männer“. Ist das Leben für Männer so kompliziert geworden, dass es dafür nun eine Anleitung braucht oder ist die Gebrauchsanweisung gar für den Umgang mit Männern gedacht?

 

A: Fest steht, dass wir Männer seit Jahren eine schlechte Presse haben. Sie wurde mit MeToo noch schlechter. Nicht wenige unter uns leisten sich Taten – sexuelle Übergriffe, Gewalt, gockelhaftes Protzen, die radikale Abwesenheit von Sensibilität und Empathie –, die wenig zum Glück der Menschheit beitragen. Das Buch soll dazu ermuntern, dass wir Männer anders miteinander, anders mit der Welt, anders mit Frauen umgehen.

 

Wie haben sich die Herausforderungen an den modernen Mann geändert?

 

A: Dass er kapieren muss, dass er nicht mehr die Krone der Schöpfung ist. Die von Macho-Patriarchen erfundene „natürliche“ Ordnung bröckelt. Frauen dürfen jetzt auch mitreden, so laut und nachdrücklich wie Männer. Das verstört und überfordert so manche Herren.

 

Mussten Sie im Laufe Ihres Lebens das eigene Bild von Männlichkeit in Frage stellen?

 

A: Aber natürlich, vielleicht mehr als andere, denn ich wurde ja noch von verbitterten Nazis, den Kriegsverlierern, erzogen, von prügelnden (und mitunter missbrauchenden) Pfaffen und Lehrern.

 

Teilen Sie den Eindruck, dass es verstärkt wieder eine Sehnsucht nach den historischen überlieferten Privilegien und Mustern von Männlichkeit gibt?

 

Me: Gewiss, man muss sich auf den sogenannten sozialen Medien nur die Beiträge muskelbetonierter Hohlköpfe, der Maskulinisten-Männchen, anschauen, um zu wissen, dass sie ins vorletzte Jahrhundert zurückwollen. Wer gibt schon gerne seine über die Jahrtausende angemaßten Pfründe auf? Dazu braucht es Hirn, innere Stärke und die Bereitschaft, Veränderungen wahrzunehmen. Leider gibt es eine ähnliche Bewegung auch bei Frauen. „Tradwife“ heißt der neue Schlachtruf von Damen, die wieder frohgemut am Herd stehen wollen, um hingegeben dem Gemahl zu dienen. So müssen kluge Frauen und kluge Männer sich zusammentun, um dem Aufbruch in die Steinzeit zu verhindern.

 

Putin, Trump… Das Weltgeschehen derzeit wird oft von sogenannten toxischen Männern bestimmt. Wie können wir damit umgehen?

 

Me: Wir, die Machtlosen, können nicht damit umgehen. Wir müssen sie ertragen. Und darauf hoffen, dass sie bald von der Erdoberfläche verschwinden. Ich werde dann, eiskalt, ein paar Freudentränen vergießen. Was nicht ausschließt, dass der nächste Barbar die Weltbühne betritt.

 

Welche positiven männlichen Eigenschaften müssten stärker werden, dass unsere Gesellschaft davon profitieren kann?

 

A: In meinem Buch kommen ja reihenweise auch Männer vor, die dank ihrer Intelligenz, dank ihres Charmes zum Weltfrieden beitragen. Die noch etwas anderes antreibt als atemloser Narzissmus. Wer ihnen begegnet, fühlt sich beschenkt. Ich mag das so verschollene Wort „Herzensbildung“. Das wärs, die heilige Dreifaltigkeit: Verstand, ein warmes Herz, Coolness. Nehmen wir als Beispiel Sylvain, einen Arzt, der für „Ärzte ohne Grenzen“ arbeitete. Ich traf ihm im Sudan, einem von tausend Plagen geschundenen Land. Unter all den Heiligen vor Ort, dem lokalen und internationalen Personal, den Krankenschwestern und Pflegern, die unter einer skrupellosen afrikanischen Sonne versuchten, den Aberhunderten zu helfen, war Sylvain der Überheilige. Ein französischer Franz von Assisi: Jede Frau und jeden Mann und jedes Kind, die es noch lebend in dieses „Feeding Center“ geschafft hatten, behandelte er, als wäre sie oder er die Königin oder der König der Welt. Er war die reinste Menschenliebe, unerreichbar von jeder Gegenrede.  Als ich Sylvain fragte, woher ihm solche Kräfte zuwachsen, meinte er grinsend und gewiss eine Spur kokett: „Ach, weißt du, es gibt zwei Sorten von Menschen, die Schlechten und die Schlechteren. Ich will zu den Schlechten gehören.“ Fällt er mir ein, bin ich für Stunden ein besserer Mann.

 

Welchen Mann bewundern sie?

 

A: Sylvain, bis ans Ende meiner Tage. Und Mandela, mit dem ich in Südafrika ein Interview machte und mir dabei zuerst die Stimme ein bisschen zitterte, so überwältigt war ich von seiner Persönlichkeit. Und Obama bewundere ich, auch für seine Eleganz und seine Auftritte als Staatsmann. Seine acht Jahre müssen wir heute mit den acht Jahren von Donld Trump bezahlen, eines – unter anderem – wegen „sexuellen Missbrauchs“, „Verleumdung“ und „Betrugs“ Verurteilten. Die moralische Verwahrlosung bestimmter Männer, weltweit in Führungspositionen, hat ihren vorläufigen Tiefpunkt erreicht. Als dritten Mann, ganz aktuell, bewundere ich den französisch-britischen Völkerrechtsanwalt Philippe Sands, der – Jude, Nachfahre von Holocaust-Überlebenden – in seiner Dankesrede (er bekam kürzlich den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels) das Schweigen deutscher Politiker zu den mörderischen Ungeheuerlichkeiten im Gazastreifen als „unanständig“ bezeichnete. (Dabei ist „unanständig“ noch mild formuliert.) Auch das ist Mut. Auch das ist bewundernswert. Und meinen Kollegen Andreas Pröve bewundere ich, der im Rollstuhl die Welt besucht und darüber schreibt. Und meinen Nachbarn Thierry, der immer freundlich und hilfsbereit seinen Mitmenschen begegnet, den bewundere ich jeden Tag. Ich mag Vorbilder, ich brauche sie.

 

Das Buchcover zeigt einen helltürkisfarbenen Himmel mit weißen Wolken und eine idealisierte, nackte männliche Figur in liegender, leicht gestreckter Pose mit Sonnenbrille. Oben steht in Serifenschrift der Autorenname Andreas Altmanns, darunter auf weißem Banner der Schriftzug „Gebrauchsanweisung für“ und groß in roter, handschriftlicher Typografie der Titel „Männer“. Unten links ein orangefarbener Badge mit der Aufschrift „SPIEGEL Bestseller-Autor“. Atmosphäre nüchtern-humorvoll. 

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Hier die Mail an mich.

 

Sehr geehrter Herr Altmann,ich  wollte meinen Dank zum Ausdruck bringen. Mein Vater liegt nicht im Sterben, aber Ihr Hinweis, dass Sie Ihrem Vater heute die Hand am Sterbebett halten würden, auch als Zeichen der eigenen Stärke, empfand ich als sehr hilfreich. Zu meinem Vater habe ich den Kontakt abgebrochen und lebe damit auch besser, aber mit einer versöhnlichen Geste besteht man am Ende auch vor sich selbst. Ich hoffe, ich werde einst den Mut dazu haben. Ansonsten habe ich mich sehr über Ihren Rat, sich nicht als „ambulanten Tränensack“ einzurichten gefreut. You made my day. Herzlichen Dank und Gruß, XY.

 

 

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Hier der Hinweis auf den neuen Podcast mit dem ein und einzigen Kristian Thee.

 

Titel

Die Liebe der anderen (Palästina)

 

Link

https://open.spotify.com/show/2f1GsC7wsyW4uYyHcoU3hw

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In diesem Sinne, herzlich, Andreas.