Vorweg eine wichtige Klarstellung:

Im folgenden Text benutze ich – da ich in Paris lebe – das Wort „Bimbo“ wie es in den Medien wie „Le Monde“ auftaucht, also im übertragenen Sinn: als Bezeichnung für Menschen, die öffentlichkeitswirksam unsägliches Blech verbreiten und damit zur geistigen Vermüllung beitragen. Es ist nur ein anderes Wort für Dodel oder Vollpfosten oder Denkzwerg. Gewiss, das B-klingt einfach besser. Es handelt sich nicht um eine rassistische oder ethnische Anspielung. Gemeint ist ein Verhalten, kein bestmmter Menschentyp.

 

Ihr Lieben,

 

ich vermute, wir alle leiden schon genug unter Menschen, die gern als Massenmörder bzw. als Schreibtischmassenmörder – immer nonchalant grinsend – unterwegs sind.

 

Da ist aber nicht alles, was das Leben in heutigen Zeiten anstrengend macht. Das sind noch die Damen und Herren, die sich darauf spezialisiert haben, die Welt mit Idiotennachrichten zu fluten, immer darauf bedacht, auf dass die Verblödung der Menschheit kein Ende nimmt.

 

Ich wünsche mir eine Firewall, die mich – bevor ich beim Recherchieren eine Seite aufmache – mit einem schrillen Piep warnt: „Achtung, hier stehen Nachrichten aus der Welt der Bimbos!“ – „Achtung, deine mentale Gesundheit ist gefährdet!“

 

Beispiele.

 

Miss Kardashian ist beim zweiten Jura-Examen durchgefallen, wieder mal (das erste hat sie im vierten (!) Anlauf geschafft). Schuld ist selbstverständlich nicht sie – undenkbar –, sondern, so Bimbo Kim: „ChatGPT, die liegen immer falsch.“

 

An der Frau ist auch alles falsch, alles bearbeitet, am intensivsten ihr „Brazilian Butt“, ihr auslandender Hintern. Das einzig Echte an ihr ist das Hirn: ungespritzt, luftleicht, böse Menschen würden behaupten: rundum hohl. Vor Kurzem hat sie öffentlich die Mondlandung – 1969 – bestritten. Sie ist gern verschwörerisch unterwegs.

 

Dafür ging einer ihrer letzten Video-Beiträge (stets so inszeniert, dass die weltweite Hirnschmelze zunimmt) viral: Kim, la bimbo, hat sich Tangas mit künstlichem Schamhaar ausgedacht.

 

Ich finde, das ist ihr Niveau. Und das der Horden, die ihr in Abermillionenstärke followern.

 

Jetzt ein Mann, auch er berühmt für seinen messerscharfen Intellekt. Wir alle kennen BBB, Boris Becker Bimbo. Vor gefühlt hundert Jahren hat er am weltbesten auf einen Gummiball gedroschen. Anschließend ging’s bergab: Unser Mann stand inzwischen mehrfach vor Gericht – wegen Steuerhinterziehung, wegen Insolvenzdelikten und in verschiedenen zivilrechtlichen Streitigkeiten, die seine geschäftlichen Unternehmungen betrafen. Darunter Schadenersatzverfahren, Auseinandersetzungen mit Geschäftspartnern, Insolvenzverfahren und ein Strafprozess in London, der in einer Haftstrafe endete.

 

Vor zwei Wochen musste ich – bevor ich an mein Postfach herankam – erst an folgender Nachricht aus der Boris-Becker-Bimbowelt vorbei: „Boris Becker dachte im Gefängnis an seine an Alzheimer erkrankte Mutter.“

 

Diese Zeilen waren der Funke, der mich dazu ermunterte, diesen Post abzusetzen. Ich dachte, ich muss mich wehren.

 

Unheimlich, mit welcher Schamlosigkeit ein Sohn öffentlich über die Krankheit seiner Mutter spricht. Der absolute Verlust von Respekt vor die Intimsphäre eines Menschen. Getrieben von der gnadenlosen Sucht nach Aufmerksamkeit, wird sogar das Leid der eigenen Mutter verbraten.

 

Einer meiner Lieblingssätze von Freud geht so: „Der Verlust von Scham ist der erste Grad von Schwachsinn.“ Sigmund muss dabei an Boris gedacht haben.

 

Und dennoch, Beckers Geschwätzigkeit verrät einen Funken von – gewiss unbewusster – Hellsichtigkeit: Vermutlich befürchtet Boris den baldigen Verlust seiner eigenen – zerebral fulminanten – Kapazitäten.

 

Kim und Boris haben etwas gemeinsam: diese rastlose Obsession, ihren geradezu pathologischen Narzissmus zu nähren. Mit News im Leerlauf, überflüssig, peinlich, peinsam, lächerlich, verdummend.

 

Und sei es auf Kosten der Würde des Menschen.

 

Und die Obsession number two: Diese unzähmbare Gier nach Umsatz und Knete, jeder Furz soll monetärem Zugewinn dienen.

 

Dabei gäbe es so viele Frauen, die klug reden. Wie so viele Männer, die es ihnen gleichtun. Aber Klugheit geht nicht viral. Viral geht die nackte Scheiße, einmal bescheuert, einmal hasssprühend, einmal Wirklichkeiten fakend, einmal verlogen, einmal querdenkerisch, einmal von unauslotbarer Dämlichkeit.

 

 „Flood the zone with shit“, meinte einst Steve Bannon, Ex-Buddy von Donald Trump. Er verstand den Satz anders, aber er passt wunderbar auch auf Zeitgenossen wie Kardashian und Becker.

 

Mitverantwortlich für deren Reichweite ist natürlich auch ein Teil der Medien, die solchen Dreck weiterverbreiten. Für all die geistig Unterernährten, die den Bimbos hinterherhecheln.

 

Schon klar, kein einziger Bimbo wird – um meine Nerven zu schonen – aufhören, ein Bimbo zu sein. Aber mir geht es jetzt besser, haha.

 

Ich danke euch, herzlich, Andreas.

 

Himmel, beinahe vergessen: Beckers aktuelle Frau Lilian hat bereits einen schönen Babybauch. Ich bin voller Unruhe, ich kann es kaum erwarten, bis ich den Vornamen von Boris‘ fünftem Nachwuchs erfahre. Vor Aufregung werde ich mir noch die Zehennägel ausreißen

 

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Ps: Hier noch ein Hinweis auf einen neuen Podcast mit dem allerherrlichsten Kristian Thees. Wäre er schwul und ich auch, ich würde mich in ihn verlieben. So smart ist der Junge.

 

Titel

Die Frau ist eine Goldgrube (Palästina)

 

Link

https://creators.spotify.com/pod/profile/heraldoherr/episodes/Die-Frau-ist-eine-Goldgrube-Palstina-e3acjn5